re:Human x orphic Morphosis

re:Human × orphic Morphosis ist eine experimentelle, multisensorische Installation der Künstlerin Aurélia Marine, die Kunst als wirksamen Erfahrungsraum gesellschaftlicher, systemischer sowie kollektiver Transformationsprozesse untersucht.

Aurélia Marine

An der Schnittstelle von Sound, Bewegtbild, räumlicher Gestaltung und Wahrnehmungsforschung entwickelt die Arbeit eine eigenständige Erfahrungssprache. Konzipiert als sensorisches Gegenfeld zu einer technologisch beschleunigten und überreizten Gegenwart, transformiert die Installation Lärm in Kohärenz und Erlebnis in bewusste Wahrnehmung.

Media Art wird dabei nicht als Repräsentation oder Stimulation verstanden, sondern als Frage der Wahrnehmung: wie Aufmerksamkeit geformt wird und wie sich Bewusstsein verschiebt.

Die visuelle Ebene eröffnet atmosphärische Räume. Sie erzählt nicht, sie hält. Bewegtbild, Licht und räumliche Setzungen wirken nicht illustrativ, sondern strukturierend – als stille Träger von Präsenz. Die Installation versteht sich als Ort, an dem Präsenz wichtiger ist als Bedeutung und Stille produktiver als Aktion.

Klang wird nicht als Musik verstanden, sondern als Vibration und verkörpertes Wissen, das den Körper erreicht, bevor kognitive Prozesse einsetzen. Kunst wird bewusst als wirksames Erfahrungsfeld aktiviert – nicht um Bedeutung zu erzeugen, sondern um Transformation zuzulassen.

Erweitert wird die Installation durch eine vibroakustische Klangarchitektur, die Klang als physisch erfahrbare Schwingung begreift. Über präzise kalibrierte Frequenzfelder werden Vibrationen an Raum, Material und Körper vermittelt, sodass Klang zu einer fühlbaren Textur wird, die Wahrnehmung vertieft und eine somatische Dimension des Erlebens eröffnet.

re:Human × orphic Morphosis entsteht in Zusammenarbeit mit Dorine Rubesa und Pier Rubesa (Sound for Spaces), Schweizer Expert:innen für vibroakustische Systeme und Klangtechnologie mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Erforschung menschlicher Wahrnehmung, der Entwicklung technologischer Systeme sowie in angewandten Klangpraktiken. Aufbauend auf ihrer langjährigen Forschungsarbeit und patentierten Soundtechnologien (AudioVitality) integriert die Zusammenarbeit eine forschungsbasierte vibroakustische Ebene, die Vibration, Wahrnehmung und räumlichen Klang in ein körperlich erfahrbares künstlerisches Erlebnis übersetzt und die Auseinandersetzung mit Präsenz sowie der Mensch–Technologie-Beziehung vertieft.

Ziel der Installation ist es, einen Erfahrungsraum zu schaffen, der Präsenz ermöglicht und den linearen Zeitbezug für einen Moment suspendiert. re:Human × orphic Morphosis lädt dazu ein, innezuhalten, die Wahrnehmung zu verlangsamen und Räume von Klarheit, Offenheit und innerer Resonanz zu betreten. Man verlässt den Raum nicht mit einer Interpretation, sondern mit einer subtilen Verschiebung der Wahrnehmung.

Als Teil einer langfristig angelegten künstlerischen Praxis versteht sich die Arbeit zugleich als experimentelle Fallstudie, die untersucht, wie immersive Formate auf Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Körperlichkeit wirken. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen in zukünftige immersive Anwendungen und mögliche Integrationen – insbesondere im öffentlichen Raum – einfliessen; ein entsprechendes Weiterentwicklungs- und Transferkonzept befindet sich derzeit in Arbeit.

© Aurélia Marine




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